Kolumne

Wenn es einen selbst betrifft

Trauer um Flug 4U9525

Ein Flugzeug stürzt ab. Einfach so und ohne ersichtlichen Grund. Auf den ersten Blick zumindest. Der zweite Blick bleibt uns derzeit noch verwehrt. Bei dem Unglück sterben Menschen. Insgesamt verlieren 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder des Germanwings-Fluges ihr Leben. Einfach so. Nach 8 Minuten Sinkflug ist alles vorbei.

Flugzeugabstürze sind glücklicherweise selten. Und immer noch ist das gefährlichste an einem Flug die Autofahrt zum Flughafen. Aber dieser Absturz ist anders. Es ist ein deutsches Flugzeug, welches sich ungebremst in einen Berg in den französischen Alpen rammt. Ein Flugzeug, welches besser gewartet wurde als so manches Kfz., mit einer Crew, die tausende Flugstunden auf sich vereint. Die Betroffenheit ist stärker als bei anderen Abstürzen. In dem Jet könnte der Nachbar, eine Kollegin oder die hübsche Blonde von nebenan gesessen haben.

Dann passiert etwas, was der Betroffenheit noch einmal einen kräftigen Schub verleiht. Man wird plötzlich selbst zum Betroffenen. In meinem Fall saß die Nichte meines Schwagers im abgestürzten Flieger. Sie wollte zurück nach Hause und Flug 4U9525 wurde für sie zur tödlichen Falle.

Heute habe ich erlebt, wie Menschen plötzlich zusammenbrechen. Wie sich ein Leben innerhalb weniger Sekunden ändern kann, auch wenn man die schlimme Wahrheit vorher schon geahnt hat. Die endgültige Gewissheit bringt uns an einen Punkt, an dem wir den Glauben an Wahrscheinlichkeiten verlieren. Diese Gewissheit zieht die Farbe aus unserem Leben. Und die Welt um uns herum wird grau.

Was uns jetzt noch fehlt ist die Antwort auf das WARUM. Direkt und indirekt Betroffene warten jetzt auf eine Antwort. Und die fehlt noch…

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