Kolumne

Schaulaufen der Mächtigen

G7-2015 Elmau

Die G7 sind die bedeutendsten Industrienationen der westlichen Welt. Dazu haben sie sich selbst ernannt. Immerhin. Und so wird Schloss Elmau zum teuersten Laufsteg Deutschlands. Natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die hat hier nichts verloren im temporären Reich der Mächtigen.

 

In dem SO VIEL Geld gegen die Wand gesetzt wird, dass sich der Bundesrechnungshof eigentlich die Hände reiben müsste. Letztendlich stellt sich die Frage, ob in unserem Hightech-Zeitalter diese Prestige-Treffen noch notwendig sind. Aber sicherlich wollte Obama auch mal vor der bayrischen Alpenkulisse fotografiert werden.

Die geschätzten Kosten liegen zwischen 210 und 360 Millionen Euro. Einen Teil trägt Bayern, den Rest übernimmt der Bund. Im Klartext heißt das dann wohl: Der Steuerzahler zahlt. Ein Normalo-Szenario für Politiker. Schließlich ist die Terrorgefahr in Deutschland so hoch, dass sie den Einsatz von 24.000 Polizisten rechtfertigt. Wenigstens hat man im Gegensatz zu Heiligendamm keinen Antidemonstrations-Schutzwall – im Volksmund auch Mauer genannt – gebaut, sondern nur einen zeitgemäßeren Zaun gezogen. Schloss Elmau ist momentan besser gesichert als Fort Knox. Da beschleicht einen doch das Gefühl, als hätten die versehentlich doch zu viele gewaltbereite Asylanten nach Deutschland rein gelassen. Oder man befürchtet, dass Darth Vader mit seinem Todesstern den Alpenhintergrund für das Fotoshooting demoliert. Nicht, dass der dann vielleicht noch teilnehmen will… so wie Putin.

Statt stundenlang über den Kampf gegen die Armut zu diskutieren, sollte man vielleicht einfach die Gipfelkosten sparen und das Geld den Armen zur Verfügung stellen. Leben kann doch so einfach sein…

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