Kolumne

Armenischer Genozid

Deportation von Armeniern 1915

Das türkische Außenministerium spuckt Gift und Galle in Richtung Berlin. Was seit Jahren in den (meisten) Geschichtsbüchern dieser Welt geschrieben steht, wurde nun auch politisch festgeschrieben – sehr zum Leidwesen der Türkei. Denn die hält dieses Thema bereits schon seit 100 Jahren aus ihren Geschichtsbüchern heraus. Aus türkischer Sicht verlief die Geschichte anders, als es der Rest der Welt gesehen hat.

Aber schaut man den Tatsachen ins Auge, berücksichtigt die historischen Beweise, wird schnell klar, dass das Massaker an den Armeniern vor 100 Jahren der erste systematische Genozid des vergangenen Jahrhunderts war. Er passierte auch nicht spontan, sondern wurde jahrelang vorbereitet und geplant und 1915 per Gesetz festgeschrieben. Das osmanische Deportationsgesetz vom 27. Mai 2015 bildete die Grundlage für die Vernichtung der Armenier als Ganzes. Es wies die Armee an, Armenier einzeln oder als Ganzes zu deportieren. Gegen Opposition und Widerstand sei mit äußerster militärischer Gewalt vorzugehen. Grundstücke von Deportierten wurden per Gesetzt zwangsübertragen, Bargeld und zurückgelassene Habe wurden konfisziert. Armenische Häuser wurden geplündert, den Menschen auf den Todesmärschen Gold und Schmuck abgenommen. Und bis heute ist kein einziger Fall bekannt, dass ein Armenier für die Enteignungen entschädigt wurde.

Aber nicht nur historische Dokumente, besonders die aus deutschen Archiven, beweisen die Schuld des Osmanischen Reiches. Auch die Aussagen Beteiligter zeigen, dass es nur um eins ging: die Vernichtung des armenischen Volkes. Hilmi Bey, Inspektor des Komitees für Einheit und Fortschritt befand:

Es gibt Individuen innerhalb des Landes, die beseitigt werden müssen. Wir verfolgen diese Perspektive.

 

Johann Heinrich Mordtmann, deutscher Generalkonsul in Konstantinopel berichtete über die Vorgänge im Osmanischen Reich:

Das läßt sich nicht mehr durch militärische Rücksichten rechtfertigen; es handelt sich vielmehr, wie mir Talaat Bej vor einigen Wochen sagte, darum die Armenier zu vernichten.

 

Für das Osmanische Reich waren die christlichen Armenier der innere Feind. Der erste Weltkrieg war die Gelegenheit, sich ihrer ohne diplomatische Interventionen aus dem Ausland zu entledigen.

Auch wenn die türkische Regierung vielleicht anderer Meinung ist. Aber Deutschland kann man nicht den Mund verbieten, wie der eigenen Bevölkerung. In Deutschland kann man keine Webseiten sperren, weil sie nicht ins politische Konzept passen. Deutschland kann man auch nicht erpressen. Und die Türkei ist nicht existentiell für Deutschland.

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