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Tote Oma für alle

Schulspeisung

Oh mein Gott! Unsere gute alte Tote Oma ist zurück. Und zwar frisch gekocht aus der Dose. Ich habe sofort ein Déjà vu und mir fällt das Einheitsessen in der DDR ein. Das wurde damals noch nicht auf Porzellantellern am runden Tisch gegessen. Nee, nee. Das gab es noch auf segmentierten Plastiktellern in der Schulspeisung: oben links die Kartoffeln, rechts das Sauerkraut und unten ein riesen Schwapp Tote Oma. Westlich der Elbe auch bekannt als Grützwurst.

Ich gebe zu, dass Tote Oma nicht unbedingt zu meinen Favoriten gehörte. Genauso wenig, wie Grießbrei, Spinat und Milchreis einen Like von mir bekommen hätten. Aber wir hatten ja Wahlessen – essen oder nicht essen. Bei einem Preis von 11 Mark pro Monat für das tägliche Mittag hatte man zumindest nicht die Qual der Wahl. Auch hatten die meisten Schulen eine eigene Schulküche. In denen arbeiteten richtige Facharbeiter und keine „Helfer“. Das war dann wohl auch der erlösende Grund, dass die Frauen dort mehr kochen konnten, als nur Tote Oma. Was das Schulspeisungsessen wiederum im Allgemeinen zu einer gut verträglichen Angelegenheit machte. Zumindest um einiges besser als das, was die Kids heute so assimilieren (müssen).

Klar, wir hatten immer was am Essen herum zu mäkeln. Der Grund dafür war aber eher, dass die Geschmacksnerven von Kindern noch anders funktionieren als die der Erwachsenen. Vielleicht standen deswegen Makkaroni mit Tomatensoße so hoch im Kurs. Ach ja. Die gibt es ja auch wieder, also original Schulspeisungs-Dosenkonservierung aus Sachsen-Anhalt. Na da sag mal einer, die Anhaltiner sind nicht helle…

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