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Schinken oder Käse?

Bagel

Air Berlin hat das Problem erkannt. Zu viele gesättigte Fettsäuren sind schlecht für den Körper. Und so sind dann auf der Mittelstrecke mit Schinken und Käse belegte Baguettes und Bagel komplett aus dem kostenlosen Service verschwunden. Leider auch die mit dem doch eher gesunden Lachs. Statt dessen gibt es da jetzt kohlenhydratreiches Laugengebäck. Und so verwundert es nicht, wenn jetzt auch bei Air Berlin Zalando-ähnliche Glücksschreie durch die Kabine hallen. Nämlich genau dann, wenn Passagiere noch ein vergessenes Bocadillo im Handgepäck finden. Was für Glückspilze.

Auch wenn bei Air Berlin eher der finanzielle Druck dahinter steht – und der ist akut weit höher als der Druck auf Flightlevel 400 – bleibt eins fakt. Die von der Ernährungsindustrie immer so hoch angepriesenen Proteine sind weit ungesünder als manch einer glaubt. Dass man besonders Fleisch und Wurst ab mittleren Alter drastisch reduzieren sollte, hat sich dabei wahrscheinlich schon herum gesprochen. Aber die jetzt durch Käse und andere Milchprodukte zu ersetzen, hat so ein bisschen was vom typischen Gang vom Regen in die Traufe. Denn Käse hat in der Regel noch mehr Fett als Wurst und auch hier schlagen 65 Prozent gesättigte Fettsäuren zu Buche. Damit reiht sich unser geliebter Käse in die lange Liste der doch besser zu meidenden Lebensmittel ein. Aktuelle Studien haben ergeben, dass der Verzehr nahezu so ungesund ist wie das Rauchen. Allerdings fehlt noch das schwarze EU-Etikett, dass der Verzehr von Wurst und Käse die Gesundheit gefährdet.

Das Regal mit Milchprodukten ist mittlerweile um einiges größer als jede Wursttheke. Was verwundert. Denn weder Kuh-, Schafs- oder Ziegenmilch gehören zur natürlichen Nahrung des Menschen. So verwundert es dann auch nicht, dass 75 Prozent der Weltbevölkerung im Erwachsenenalter unter einer Laktoseintoleranz leiden. Milch ist und bleibt ein Nahrungsmittel für Babys. Die Produktion des Enzyms Laktase, welches den Milchzucker abbaut, verringert sich mit zunehmenden Alter. Logisch. Erwachsene nuckeln nun mal nicht mehr an der Mutterbrust. Das weiß natürlich auch die Milchindustrie. Also häufen sich im Molkereiregal zunehmend laktosefreie Milchprodukte. So kann man dann die 15 % der deutschen Milchzuckerintoleranten auch noch in die Kundenliste drücken. Diese laktosefreien Lebensmittel sind natürlich nicht wirklich laktosefrei. Ihnen wird stattdessen das Enzym Laktase zugesetzt, welches den Milchzucker im Darm abbaut. Es gibt natürlich auch Milchprodukte, die von Natur aus kaum Laktose enthalten. Dazu zählen beispielsweise lange gereifte Hartkäsesorten. Hüten sollte man sich dagegen vor Kondensmilch und Milchprodukten in Pulverform.

Auch wenn in Nordeuropa die meisten Menschen Milchprodukte bis ins hohe Alter gut vertragen, so sollte man doch gelegentlich einen Blick auf das Nährstoffetikett werfen. Denn der Anteil an gesättigten Fettsäuren ist gerade bei gereiftem Käse enorm hoch. Letztendlich kommt es dann doch wieder auf das Gleiche heraus: die Menge und die Zusammenstellung macht’s. Fleisch, Wurst und Milchprodukte sollten unsere Ernährung nicht überwiegen. Ballaststoffreich und fettarm sollte unsere Ernährung sein und sollte ausreichend Eiweiß enthalten. Da darf es natürlich auch mal ein Joghurt oder ein Glas Buttermilch sein. Und auch gegen eine Scheibe Schinken oder ein Stück Käse ist nichts einzuwenden. Aber bitte alles in Maßen. Die wichtigste Maßnahme sollte nach wie vor der Blick auf die Nährwerte eines Lebensmittels bleiben. Hier hat man es in Deutschland ziemlich leicht. Denn so ziemlich jede Verpackung enthält inzwischen auch Angaben über gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salzgehalt. Bewusstes, kontrolliertes Einkaufen ist also 1000 mal besser als jede Diät.

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