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Ein Faultier namens Frank

Frank das Schlautier

Frank ist ein Faultier. Aber er ist nicht irgendein beliebiges Faultier. Nein. Frank ist ein sehr weises Faultier mit vielen grauen Zellen auf, unterm und im Kopf. Auch ist er sehr mutig, was ihm den Namen Frankock eingebracht hat.

Gemeinsam mit seiner Familie und dem kaiserlichen autonomen Kampfdroiden wohnt Frankock jenseits der Brücke inmitten der Löwenzahnwiese an der alten Apfelplantage.

Früher war Frank Torwart. Seine Abhängestunts machten ihn weit über die Grenzen der großen Felder hinaus bekannt. Seine Mannschaft vergötterte ihn und war immer sehr glücklich, wenn sie ihn hinten drin hatten. Außerdem hat er die Welt vor der drohenden Urbanisierung der Fußballfelder bewahrt.

Seine Anerkennung hat er sich aber nicht nur durch den Sport erarbeitet. Du hast richtig gehört. Frank geht arbeiten. Während die anderen Faultiere, jenseits der großen Brücke, den Energiesparmodus anbeten, klebt er schichtweise an seinem Arbeitsplatz und leimt sich einen ab. Das macht ihm Spaß und das produzierte Adrenalin hält seinen Kreislauf fit.

In seiner Freizeit geht Frankock am liebsten einkaufen, sucht an Straßenrändern nach verlorenen Fahrradcomputern oder trainiert die Fitness des kaiserlichen autonomen Kampfdroiden auf der großen Wiese. Außerdem züchtet er Influenza Pflanzis und Taraxacum.

Wie die meisten Faultiere mag auch Frank den Euro nicht. Denn seit die Platinfaultiere im Faultiertag zufällig einmal beschlussfähig waren und beschlossen, die D-Mark anzuschaffen, wird Frank den Löwenzahn in seinem Garten einfach nicht mehr los.

Fünfhundert Deutsche Mark

Außer dem Couch- und dem Schlafzimmer ist die Küche ein beliebter Aufenthaltsort. Hier befindet sich neben der Koffeinzapfsäule gleich der Herd. Als zivilisiertes Faultier assimiliert Frankock natürlich kein Laub. Nein. Frankock kocht selbst. Und egal, was er kocht, es werden immer Nudeln… Nudeln in Tomatensauce, Nudeln in French Dressing… Für eine optimale Couchresorbtion gibt es aber auch Broccoli, Gouda und Leberkäse aus dem Land der großen Berge.

Faultiere leiden häufig unter einer ernst zu nehmenden Krankheit, der sogenannten Unterhopfung, deren Folgen Aggressivität und Schlafstörungen sein können. Um dem vorzubeugen, verfügt die Küche über einen zweistöckigen Vorrat an obergärigem Hopfenblütensaft der Marke Liquid Love. Diesem wird beruhigende und schlaffördernde Wirkung zugeschrieben. Dem Saft werden außerdem auch magische Kräfte nachgesagt. Mit sukzessivem Fortschreiten der Wirkung können Dinge auf einfache Weise verdoppelt werden, z.B. Löwenzahn.

Kurz vor Ende der jährlichen Schneefallsaison erwachen die Faultiere aus ihrer Winterstarre. Noch langsam und bedächtig, aber konsequent, wandern sie dann zur Löwenzahnwiese jenseits der großen Brücke. Froh, dass der lange Winter endlich vorbei ist, versammeln sie sich hinter Franks Hütte. Und während noch die letzten Schneeflocken vom Himmel tanzen, feiern sie zitternd, aber glücklich bei heißem Grog und Liquid Love den Beginn der Partysaison. Zur Feier des Tages holt Frankock dann DER GRILLGERÄT hervor und konvertiert langweilig aussehende weiße Rostbratwürste und jede Menge Fleisch aus Plastikverpackungen zu kreativen künstlerischen Skulpturen, die dann von den anderen Faultieren unter lautem Beifall verinnerlicht werden.

Erst wenn die letzte Wurst vernichtet, das letzte Steak verhaftet und der letzte Tropfen einverleibt wurde, geht der Tag zu Ende. Und dann lehnt sich Frank zurück und blickt zufrieden in den Himmel, an dem die Sterne wie die eingesparten Euros des vergangenen Winters glitzern. Denn Frankock hat verglichen und mit dem gesparten Geld kann er sich jetzt wieder seinen Sommervorrat Liquid Love anlegen.

Frank ist eben nicht nur ein Faultier. Frank ist ein Schlautier…

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