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Der Facebook-Verfolgungswahn

Mark Zuckerberg - Facebook

Und wir dachten, die NSA späht uns aus. Ja, das hat sie wirklich gemacht. Aber während der amerikanische Geheimdienst die gesammelten Daten zumindest teilweise zur Terrorbekämpfung und für ein höheres Sicherheitspotential einsetzt, gibt es einige gigantische Datensammler, die der NSA keinesfalls nachstehen. Allerdings mit dem Unterschied, dass es hierbei nur ums Geld geht.

Einer der größten Datenkraken ist Facebook. Gezielt werden dem Nutzer so viele persönliche Informationen wie nur möglich entlockt und gespeichert, um zielgerichtet Werbung anzuzeigen. Je besser diese mit den Interessen des Nutzers übereinstimmt, desto höher die Chance, dass der User darauf klickt. Und dann verdient Facebook Geld… viel Geld.

Generell ist gegen eine zielgruppenrelevante Werbung nichts zu sagen. Auch ein kostenloser Service kostet Geld und das muss irgendwie erwirtschaftet werden. Das sollte jedem, der einen Facebook-Account hat, klar sein. Was jedoch wirklich unverständlich ist und gegen jedes europäische Recht verstößt, ist die Tatsache, dass Facebook auch Daten von Leuten sammelt, die gar kein Facebook-Konto haben. Facebook speichert auf jedem Computer sogenannte Tracking-Cockies, der mit einer beliebigen URL der Facebook.com-Domain assoziiert. Ich selbst habe das erlebt. Eine Bekannte hat auf meinem Notebook nach einem neuen Handy gesucht. Unter anderem hat die sich Handys bei Otto angesehen. Am nächsten Tag hatte ich prompt eine Otto-Werbung mit genau diesem Handy in meinem Facebook-Account.

Natürlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich vor der Datensammelwut von Mark Zuckerberg zu schützen. Diese reichen vom regelmäßigen Löschen von Cookies und Browsercache über den Inkognitomodus des Browsers bis hin zu surfen über Proxyserver mit wechselnder IP. Aber abgesehen von der Tatsache, dass der Mensch faul ist, sind die meisten Leute mit technischen Gegenmaßnahmen schlicht und ergreifend überfordert. Und mal ganz ehrlich. Viele Webseiten funktionieren dann nicht mehr richtig und so macht das ganze Internet einfach keinen Spaß mehr.

Es ist also an der Zeit, dass die Politik Facebook und Mark Zuckerberg mal kräftig auf die Finger haut. Allerdings ist der Leidtragende dann wahrscheinlich wieder der User, der eigentlich bloß einen Facebook-Account und Spaß haben will.

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