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„Abraxas“ im Valle Gran Rey

Abraxas

Ich kenne noch das alte „Abraxas“ in La Puntilla. Vom Balkon hatte man einen guten Ausblick auf die Location, die eigentlich immer gut besucht war. Anders hätte sich das Restaurant auch gar nicht in der hart umkämpften gomerischen Gastronomieszene behaupten können. Und es ist im Valle Gran Rey nicht anders als in Deutschland: als Ausländer wird es einem richtig schwer gemacht. Das bekam auch das „Abraxas“ zu spüren und musste umziehen.

Am neuen Standort, an der Rückseite des gleichen Gebäudes, war die Situation um einiges komplizierter. Etwas versteckt, war es von der Avenida Maritima aus nicht zu sehen. Dadurch fiel die Laufkundschaft weg. In einem Ort, den immer neue Touristen besuchen, kann das zu einem ernst zu nehmenden Problem werden. Obwohl das Essen immer hervorragend war, wurde man das Gefühl nicht los, dass der Laden mehr oder weniger vor sich hin dümpelte.

Doch dann kam Señor Rosin während seiner Kanarentour im Valle Gran Rey vorbei geschwebt, um das „Abraxas“ zu coachen. Was außer dem, was man bei „Kabel Eins“ in „Rosins Restaurants“ sehen konnte, noch passiert ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Tal kursiert das eine oder andere Gerücht, aber dem schenkt man besser keinen Glauben. Eins ist aber fakt: dem „Abraxas“ hat die Aktion gut getan.

Von der Straße aus ist das Restaurant jetzt durch die neue Werbung viel besser zu sehen. Auf der Terrasse kann man jetzt auch bei schlechtem Wetter sitzen, ohne bei einem Schauer Hals über Kopf das Innere stürmen zu müssen. Faltenfrei gebügelte dunkelrote Tischdecken verleihen dem Innenraum ein völlig neues Ambiente. Natürlich darf dabei die Rosin-graue Speise(n)karte in edlem Leder nicht fehlen.

Die Küche ist nach wie vor kanarisch. Die typischen Papas arrugadas, Pellkartoffeln in einer feinen Salzkruste, gehören einfach dazu. Einschränkend muss ich dazu sagen, dass ich bekennender Anti-Veganer bin und mich demzufolge nur auf der Fleischseite auskenne. Es gibt aber auch eine große Auswahl an Gerichten für alle Nicht-Fleischos. Aufgefallen ist vor allem das teilweise neue Arrangement auf den Tellern. Das Auge isst bekanntlich mit und daran wurde noch einmal gründlich gefeilt.

Eine alte Gastronomieweisheit besagt: Lieber ein kleines Restaurant immer voll, als ein großes nur halb voll. Wenn das „Abraxas“ eins geschafft hat, dann das. Und das trotz der ungünstigen Lage. Ab 19 Uhr wird es echt schwierig, noch einen Tisch zu ergattern. An Tagen mit Live-Musik hilft nur eine rechtzeitige Reservierung.

Mit seinem neuen Style stellt das Restaurant eine willkommene Alternative zum neuen Trend des massentouristischen Abfütterns im Valle Gran Rey dar. Denn Plastikflaschen mit Wasser in der Gastronomie sind kein Zeichen für Qualität.

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